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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 25.01.2019, Prot. N. 53106/17 CA


Kläger Rev.mus X
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Translationis
coram Sandri
Fundstelle IC 60/120 (2020) 869-885
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Übersetzungen hisp., IC 60/120 (2020) 869-885
Inhalt Non constare de violatione legis in procedendo et in decernendo.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 50-51; 190 § 1; 190 § 2; 522; 538 § 3; 1526; 1740-1747; 1740; 1742 § 1; 1748-1752; 1748; 1749; 1750; 1751 § 1; 1751 § 2
Christus Dominus 31b
Leitsätze
1. Nominatio parochi ad certum tempus, cum facultativa sit, in singulis casibus explicita esse debet et numquam praesumi potest (ad rem memoratur sententia definitiva diei 7 novembris 2013, coram Monteiro Guimarães, prot. n. 45923/11 CA).
2. Si translatio fit invito parocho, gravis requiritur causa (cf. can. 190 § 2).
3. Necessitas vel utilitas (cf. can. 1748) fundamentum obiectivum habere debet, quod constare debet ex actis. Insuper proportionata esse debet requisitae stabilitati in officio parochi, quam animarum cura requirit. Non sufficit quaedam ratio generalis, sed indicari debet bonum per translationem obtinendum (ita sonat memorata sententia definitiva diei 7 novembris 2013). Violatio proinde legis in decernendo non probatur si inter rationes translationis habentur bonum animarum vel Ecclesiae necessitas aut utilitas, cum hae rationes translationem legitimam reddere possint.
4. In translatione parochorum plerumque de bono paroeciae ad quam agitur. Attento tamen quod can. 1748 directe hac de re, seu de paroecia ad quam, haud cavet, etiam bonum paroeciae a qua non est excludendum.
5. De amotione, nomine translationis tecta, non agitur si ex actis constat parochum ministerium suum rite atque impense et diligenter adimplere.
6. Translatio parochi, expleto septuagesimo quinto aetatis suae anno, aliquatenus mira est, at circumstantia haec ad opportunitatem translationis, non autem ad eiusdem legitimitatem attinet (in casu parochus, expleto septuagesimo quinto aetatis suae anno, renuntiationem officio offerre recusavit, utpote, uti ipse confessus est, optima valetudine affectus).
7. Quoad bonum paroeciae ad quam, legitimitas translationis haud inficitur obiectionibus de opportunitate parochum aetate provectum transferendi, vel de tempestivitate provisionis necnon de novitate decisionis; nam prima attinet ad discretionem, de qua in iudicio contentioso administrativo videndum non est; tempestivitas ex actis elucet ex nuper ingravescente necessitate pastorali; novitas in praxi dioecesana argumentum non est illegitimitatis, cum provisio de qua sit singularis.
8. Quoad bonum paroeciae a qua, Episcopus firmiter et iam a tempore insuspecto supprimere paroeciam per unionem extinctivam cum paroecia finitima eiusdem vici exoptavit, ad vitam pastoralem corroborandam et in unum coniungendam: quae est ratio translationis.
1. Die Ernennung eines Pfarrers für eine bestimmte Zeit muss, da sie fakultativ ist, in den einzelnen Fällen ausdrücklich erfolgen und kann niemals vermutet werden. (Erwähnt wird dazu das Endurteil coram Monteiro Guimarães vom 7. November 2013, Prot. N. 45923/11 CA.)
2. Erfolgt eine Versetzung gegen den Willen des Pfarrers, ist ein schwerwiegender Grund erforderlich (vgl. can. 190 § 2).
3. Die Notwendigkeit oder der Nutzen (vgl. can. 1748) müssen eine objektive Grundlage haben, die aus den Akten feststehen muss. Darüber hinaus müssen sie der verlangten Beständigkeit im Amt des Pfarrers, die die Seelsorge verlangt, entsprechen. Ein allgemeiner Grund reicht nicht aus, sondern es muss das Gut angegeben werden, dass durch die Versetzung erreicht werden soll (so lautet das obengenannte Endurteil vom 7. November 2013). Eine Gesetzesverletzung in decernendo ist daher nicht bewiesen, wenn sich unter den Gründen für die Versetzung das Heil der Seelen oder die Notwendigkeit oder der Nutzen der Kirche finden, denn diese Gründe können eine Versetzung rechtfertigen.
4. Bei der Versetzung von Pfarrern geht es meist um das Wohl der Pfarre ad quam. Insofern jedoch can. 1748 diesbezüglich, also über die Pfarre ad quam, nichts direkt vorschreibt, ist auch das Wohl der Pfarre a qua nicht auszuschließen.
5. Es handelt sich um keine unter der Bezeichnung "Versetzung" verborgene Absetzung, wenn aus den Akten feststeht, dass der Pfarrer seinen Dienst vorschriftsmäßig, eifrig und sorgfältig erfüllt.
6. Die Versetzung eines 75 Jahre alten Pfarrers ist einigermaßen ungewöhnlich, aber dieser Umstand betrifft die Angemessenheit der Versetzung, nicht aber deren Rechtmäßigkeit. (Im vorliegenden Fall hatte ein 75 Jahre alter Pfarrer sich geweigert, den Rücktritt vom Amt anzubieten, weil er sich, wie er selbst angab, bester Gesundheit erfreute.)
7. Was das Wohl der Pfarre ad quam angeht, wird die Rechtmäßigkeit einer Versetzung durch Einwände bezüglich der Angemessenheit der Versetzung eines Pfarrers in fortgeschrittenem Alter, den rechten Zeitpunkt der Verleihung oder der Ungewöhnlichkeit der Entscheidung nicht beeinträchtigt; denn die erstere betrifft das Ermessen, über das im verwaltungsgerichtlichen Urteil nicht zu befinden ist; der rechte Zeitpunkt kommt aus den Akten aufgrund der kürzlich drückender gewordenen seelsorglichen Notwendigkeit zum Ausdruck; die Ungewöhnilchkeit in der diözesanen Praxis ist kein Argument für die Rechtswidrigkeit, weil die betreffende Verleihung ein Einzelfall ist.
8. Was das Wohl der Pfarre a qua angeht, wollte der Bischof fest und schon seit unverdächtiger Zeit die Pfarre durch die auslöschende Vereinigung mit einer angrenzenden Pfarre desselben Ortes aufheben, um das seelsorgliche Leben zu stärken und zu einem zu verbinden: Dies ist der Grund der Versetzung.
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Kommentare R. Rodríguez-Ocaña, «El traslado de párrocos», IC 60/120 (2020) 887-898


Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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