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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 08.10.2019, Prot. N. 53693/18 CA


Kläger Rev.dus X
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Translationis
coram Daneels
Fundstelle L’année canonique 65 (2024) 142-153
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Übersetzungen gall., L’année canonique 65 (2024) 142-153.
Inhalt Non constare de violationis legis in procedendo vel in decernendo.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 1734 § 1; 1734 § 2; 1735; 1737 § 2; 1748-1752
Leitsätze
1. Codex Iuris Canonici supponit Superiores ecclesiasticos ad normam iuris agere, sed inde excludi nequit possibilitas recurrendi adversus decisionem quae, neglecta intimatione ad normam iuris peragenda, tantum ore vel facto cognoscitur. Prorsus absona esset possibilitas recurrendi adversus decisionem legitime intimatam et impossibilitas recurrendi adversus decisionem haudquaquam legitime intimatam. Constans Signaturae Apostolicae iurisprudentia proinde plane agnoscit facultatem saltem ad cautelam recurrendi ab eo cuius interest adversus decisionem latam et sive per meram communicationem oralem sive per actus facto positos cognitam, etsi nondum ad normam legis intimatam (in casu refertur ad decretum Congressus diei 4 maii 2018, prot. n. 53156/17 CA).
2. Nimium formalismum vel nominalismum sapit nullam remonstrationem habere, cum recurrens revocationem suae praesumptae amotionis seu destitutionis ab officio parochi una cum revocatione nominationis novi parochi petivit, dum e contra, nondum intimato decreto translationis, de amotionis mentione erravit, eo vel magis quod reapse agebatur de amissione officii parochi. Scripta petitio ut revocaretur decisio satis est ad normam can. 1734, § 1 implendam.
3. Revocata quoquo modo a recurrente remonstratione, praesuppositum, quo praescriptum can. 1735 regitur, seu obligatio respondendi petitioni, de qua in can. 1734, prorsus deficit.
4. Reiecto recursu utpote non ad normam iuris proposito, competens Curiae Romanae Dicasterium adhuc proprio marte seu ex officio de merito denuntiationis videre potest. Agitur vero de re quae pertinet ad eius discretionem, de qua Signaturae Apostolicae non est videre.
1. Der Codex Iuris Canonici setzt voraus, dass die kirchlichen Oberen nach Maßgabe des Rechts handeln. Deshalb kann aber nicht die Möglichkeit ausgeschlossen werden, gegen eine Entscheidung Beschwerde einzulegen, die unter Missachtung der nach Maßgabe des Rechts durchzuführenden Mitteilung nur mündlich oder faktisch bekannt wird. Es wäre geradezu unsinnig, könnte man gegen eine rechtmäßig mitgeteilte Entscheidung Beschwerde einlegen, nicht aber gegen eine überhaupt nicht rechtmäßig mitgeteilte Entscheidung. Die beständige Rechtsauffassung der Apostolischen Signatur erkennt schließlich durchaus die Befugnis an, dass derjenige, der ein rechtliches Interesse hat, wenigstens ad cautelam gegen eine Entscheidung Beschwerde einlegen kann, die gefällt und entweder rein mündlich oder durch faktisch gesetzte Handlungen bekannt wurde, auch wenn sie noch nicht nach Maßgabe des Gesetzes mitgeteilt wurde. (Im vorliegenden Fall wird auf das Dekret des Kongresses vom 4. Mai 2018, Prot. N. 53156/17 CA, Bezug genommen.)
2. Es hat den Beigeschmack von übermäßigem Formalismus bzw. Nominalismus, einen Rücknahme- bzw. Abänderungsantrag für nichtig zu halten, wenn der Beschwerdeführer die Rücknahme seiner vermuteten Amtsenthebung oder Absetzung vom Amt des Pfarrers zusammen mit der Rücknahme der Ernennung des neuen Pfarrers beantragt hat, während er stattdessen, weil das Versetzungsdekret noch nicht mitgeteilt war, in der Erwähnung der Amtsenthebung irrte, umso mehr als es sich tatsächlich um einen Verlust des Amtes als Pfarrer handelte. Der schrifltiche Antrag, die Entscheidung zu zurückzunehmen, reicht aus, um die Vorschrift des can. 1734 § 1 zu erfüllen.
3. Wird der Rücknahme- bzw. Abänderungsantrag vom Beschwerdeführer auf irgendeine Weise zurückgenommen, fehlt völlig die Voraussetzung, auf die die Vorschrift des can. 1735 aufbaut, bzw. die Verpflichtung, auf einen Antrag gemäß can. 1734 zu antworten.
4. Nach Abweisung einer Beschwerde als nicht nach Maßgabe des Rechts vorgelegt kann das zuständige Dikasterium der römischen Kurie noch aus eigenem Antrieb bzw. ex officio in der Sache der Anzeige befinden. Es handelt sich aber um eine Sache, die zum Ermessen des Dikasteriums gehört, über das die Apostolische Signatur nicht zu befinden hat.
 Italienisch - Französisch
Kommentare É. Besson, «Commentaire», L’année canonique 65 (2024) 154-164.

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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