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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Decretum Congressus vom 20.02.2015, Prot. N. 48237/13 CA


Kläger D.na X et alii
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Reductionis ecclesiae X in usum profanum
Inhalt Recursum ad disceptationem coram Iudicum Collegio admittendum non esse.
Anmerkungen Cf. L’attività della Santa Sede 2015, p. 786.
Cf. prot. n. 39162/09 CA
Rechtsquellen 
?
Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC can. 1222 § 2
Leitsätze
1. «Iura autem de quibus in can. 1222, § 2, “sunt praesertim iura patrimonialia vel eis assimilata, quae magna ex parte e fundatione vel aedificatione ecclesiae exsurgunt” (cfr. Decr. def. H.S.T. diei 21 novembris 1987, prot. n. 17447/85 CA), quae vero non praesumenda sed probanda sunt. Attamen donationes ad ecclesiam erigendam, servandam et ornandam factae, etiam ex parte pauperum, quae omnino laudabiles sunt et in memoriam omnium fidelium grato animo revocandae, minime iura de quibus pariunt» (cf. decretum definitivum diei 17 iunii 2014, prot. n. 46790/12 CA).
2. Quoad gravem causam, de qua in can. 1222, § 2, iuxta Signaturae Apostolicae iurisprudentiam gravitas causarum fundamentum obiectivum habere debet, sed ipsa gravitas aestimanda est attentis circumstantiis concretis in casu habitis.
3. Requisita gravis causa haberi nequit ex mero cumulo rationum non pertinentium.
4. Rationes praecipuae pro reductione ecclesiae in usum profanum ab Ordinario datae et a competenti Curiae Romanae Dicasterio fundatae et graves confirmatae sunt: impensa requisita pro restitutione ecclesiae in usum sacrum eiusque futuram conservationem, quae onus nimis grave constituerent pro paroecia ad quam ecclesia nunc pertinet; pretium exsequendi leges civiles pro incolumitate personarum in locis publicis tuenda et personis impeditis facilius ibidem accomodandis; expensae ecclesiae et aedificiorum eidem contingentium a paroecia solvendae, necnon pecunia Dioecesi restituenda pro expensis praedictorum aedificiorum conservandorum iam soluta; notitiae de statu et activitate oeconomica paroeciae, e quibus constat eam ultimis annis alias expensas paroeciae ex solis donationibus fidelium solvere non potuisse, ita ut copia pecuniae pro futuris necessitatibus paroeciae conservata sensim consummaretur.
1. «Die Rechte nach can. 1222 § 2 aber "sind vor allem Vermögensrechte oder diesen gleichgestellte, die größtenteils aus der Gründung oder der Errichtung der Kirche erwachsen" (vgl. Enddekret dieses Obersten Gerichts vom 21. November 1987, Prot. N. 17447/85 CA), die aber nicht zu vermuten, sondern zu beweisen sind. Geschenke aber, die, auch seitens Armer, gemacht werden, um eine Kirche zu errichten, zu erhalten oder zu schmücken, die gänzlich lobenswert und allen Gläubigen dankbar in Erinnerung zu rufen sind, begründen keineswegs die genannten Rechte» (vgl. Enddekret vom 17. Juni 2014, Prot. N. 46790/12 CA).
2. Bezüglich des schwerwiegenden Grundes nach can. 1222 § 2 muss gemäß der Rechtsauffassung der Apostolischen Signatur die Schwere der Gründe eine sachliche Grundlage haben; die Schwere selbst ist jedoch unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Falles zu bewerten.
3. Der erforderliche schwerwiegende Grund kann nicht nur aufgrund einer Anhäufung unerheblicher Begründungen vorliegen.
4. Die vorrangigen, vom Ordinarius angegebenen und vom zuständigen Dikasterium der römischen Kurie als fundiert und schwerwiegend bestätigten Gründe für die Rückführung einer Kirche in den profanen Gebrauch sind: die notwendigen Ausgaben für die Wiederherstellung der Kirche zum heiligen Gebrauch und für ihre künftige Erhaltung, die für die Pfarre, zu der die Kirche nun gehört, eine zu schwere Last darstellen; der Preis für die Ausführung der staatlichen Gesetze zum Schutz der Unversehrtheit der Personen an öffentlichen Orten und für den leichteren Zugang behinderter Personen; die Ausgaben, die von der Pfarre für die Kirche und für die dazugehörenden Gebäude zu tätigen sind, und das Geld, das der Diözese für die Ausgaben, die für die Erhaltung der vorgenannten Gebäude bereits bezahlt wurde, zurückzuzahlen ist; Nachrichten über wirtschaftliche Lage und Aktivitäten der Pfarre, aus denen feststeht, dass sie in den letzten Jahren andere Ausgaben der Pfarre nicht allein aus den Gaben der Gläubigen bezahlen konnte, sodass die für künftige Notwendigkeiten der Pfarre aufbewahrten Geldmittel nach und nach aufgebraucht wurden.
 Italienisch - Französisch

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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