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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 04.05.2015, Prot. N. 46787/12 CA


Kläger D.nus X et alii
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Reductionis in usum profanum ecclesiae X
coram Versaldi
Inhalt Non constare de violatione legis in procedendo vel in decernendo.
Anmerkungen Cf. L’attività della Santa Sede 2015, p. 784.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 48; 51; 121; 515 § 2; 1222 § 2
Leitsätze
1. Competens Curiae Romanae Dicasterium reductionem ecclesiae haud illegitime confirmat ob defectum actus administrativi, si et quatenus Ordinarius, pluribus paroeciis suppressis, eligens ecclesiam paroecialem seu principalem et aliam ecclesiam uti subsidiariam, implicite ceteras ecclesias olim paroeciales definitive clausit seu reduxit in usum profanum non sordidum (cf. can. 1222, § 2).
2. Quoties plures paroeciae uniuntur, ad normam can. 121 omnes earum ecclesiae fiunt ecclesiae novae paroeciae, nisi auctoritas competens aliud legitime statuat. Ex quibus aedibus sacris Episcopo dioecesano vero licet unam principalem designare pro nova paroecia ob quamlibet iustam causam, v.g. ob maiorem capacitatem, ob faciliorem accessum, ob commodiorem locum. Aliae vero ecclesiae olim paroeciales in usu manere debent pro cultu divino exercendo, temporibus et modis a parocho pro discretione prudenti statutis, attentisque normis particularibus, nisi Episcopus aliter legitime decernat.
3. Super decisione, qua Episcopus, pluribus paroeciis suppressis, discretione qua pollet, unam ecclesiam eligit uti paroecialem, et de qua competens Curiae Romanae Dicasterium in recursu hierarchico nihil animadverterit, Signatura Apostolica videre nequit.
4. Iuxta Signaturae Apostolicae iurisprudentiam gravis causa haberi nequit tantummodo quia plures paroeciae unitae sunt, vel quia alia ecclesia sufficit (vel aliae ecclesiae sufficiunt) pro necessitatibus novae paroeciae, vel quia ob inopiam presbyterorum Missa ibi diebus dominicis non amplius celebratur, ne quidem quia ecclesia quibusdam reparationibus indiget.
5. Illegitimitate affici dici nequit decisio competentis Curiae Romanae Dicasterii, quod in expensis ad ecclesiam reparandas necessariis et oeconomicis paroeciae condicionibus ponderandis, rationem non habeat cuiusdam ultimae voluntatis in favorem novae paroeciae, quae tantum constituat ius ad rem.
1. Die Bestätigung die Rückführung einer Kirche durch das zuständige Dikasterium der römischen Kurie ist nicht wegen Fehlens eines Verwaltungsaktes rechtswidrig, wenn und sofern der Ordinarius, der anlässlich der Aufhebung mehrerer Pfarren eine Haupt- bzw. Pfarrkirche sowie eine andere als zusätzliche Kirche ausgewählt hat, einschlussweise die übrigen ehemaligen Pfarrkirchen endgültig geschlossen bzw. in profanen, aber nicht unwürdigen Gebrauch rückgeführt hat (vgl. can. 1222 § 2).
2. Sooft mehrere Pfarren vereinigt werden, werden gemäß can. 121 alle ihre Kirchen Kirchen der neuen Pfarre, wenn nicht die zuständige Autorität etwas anderes rechtmäßig festsetzt. Aus diesen heiligen Gebäuden aber darf der Diözesanbischof die Hauptkirche für die neue Pfarre aus jedem gerechten Grund bestimmen, z.B. wegen des größeren Fassungsvermögens, der leichteren Zugänglichkeit oder der angenehmeren Lage. Die anderen ehemaligen Pfarrkichen aber müssen in den vom Pfarrer nach klugem Ermessen festgesetzten Zeiten und Weisen und unter Beachtung der partikularen Normen für die Ausübung des Gottesdienstes in Gebrauch bleiben, wenn nicht der Bischof rechtmäßig anders entscheidet.
3. Über die Entscheidung, mit der der Bischof anlässlich der Aufhebung mehrerer Pfarren nach dem ihm eigenen Ermessen eine Kirche als Pfarrkirche auswählt und gegen die das zuständige Dikasterium der römischen Kurie im hierarchischen Beschwerdeverfahren nichts einwendet, kann die Apostolische Signatur nicht befinden.
4. Nach Rechtsauffassung der Apostolischen Signatur kann nicht schon als schwerer Grund gelten, dass mehrere Pfarren vereinigt wurden, dass für die Bedürfnisse der neuen Pfarre eine andere Kirche ausreicht (bzw. andere Kirchen ausreichen), dass wegen Priestermangels dort an Sonntagen keine Messe mehr gefeiert wird, oder nicht einmal, dass die Kirche gewisser Reparaturen bedarf.
5. Nicht für rechtswidrig erklärt werden kann die Entscheidung des zuständigen Dikasteriums der römischen Kurie, das bei der Abwägung der für die Reparatur der Kirche notwendigen Ausgaben und der wirtschaftlichen Situation der Pfarre einen gewissen letzten Willen zugunsten der neuen Pfarre nicht berücksichtigt, der nur eine Anwartschaft darstellt.
 Italienisch - Französisch

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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