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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 04.05.2015, Prot. N. 46628/12 CA


Kläger D.na X et alii
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Reductionis ecclesiae X in usum profanum non sordidum
coram Versaldi
Inhalt Non constare de violatione legis in procedendo vel in decernendo.
Anmerkungen Cf. L’attività della Santa Sede 2015, p. 784.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 50; 51; 213; 222 § 2; 843 § 1; 1222 § 2
RGCR art. 135 § 1  
Ordinatio Congregationis pro Clericis art. 23; art. 24
Leitsätze
1. Iura de quibus agitur in can. 50 («quorum iura laedi possint») distinguenda sunt a iuribus de quibus in can. 1222, § 2 («iura in ea sibi legitime vindicent»). Illa enim sunt generica, praesertim ea de quibus in cann. 213 et 843, § 1 (in casu, in nova paroecia prope exstat ecclesia in qua recurrentes aliique fideles huiusmodi iura exercere possunt, sub cura pastorali eiusdem parochi).
2. Ad auditionem praeviam consilii presbyteralis infirmandam, uti vacuam, in qua membra nulla gaudebant libertate suam sententiam exprimendi, nullum elementum probationis ex processu verbali eiusdem sessionis eruitur.
3. Auditio consilii presbyteralis infici ob obreptionem veritatis patratam dici nequit, si inter plures rationes pro reductione ecclesiae membris consilii datas, unus error irrepsit in relatione consilio data et postea in reductionis decreto iteratus et finaliter in decreto emendatus, qui non sit dolosus (in casu erronee assertum est quod curator aedificiorum urbis ablationem pinnaculi turris ecclesiae praecepisset).
4. Ad decisionis legitimitatem quod attinet, non relevant subscriptio decreto competentis Curiae Romanae Dicasterio a Secretario apposita, nulla mentione facta de absentia Praefecti, nec error materialis in eodem decreto irreptus circa diem quo remonstratio proposta fuerit.
5. Attenta natura facultativa provocationis, de qua in art. 135, § 1 Ordinationis generalis Romanae Curiae, in illa responsione sufficere habetur, ad praescriptum can. 51 quod attinet, remissio ad praecedens decretum motivis instructum.
6. Motiva quae iuxta iurisprudentiam gravia non habentur ad reductionem ecclesiae in usum profanum ad normam can. 1222, § 2 et addantur in decreto, decisionem non vitiant, iuxta effatum “quod abundat non vitiat”.
7. Quoad requisitam gravitatem causarum de quibus in can. 1222, § 2 habetur relatio reciproca inter condicionem ecclesiae et capacitatem paroeciae eam reparandi et conservandi.
1. Die Rechte, von denen can. 50 handelt ("deren Rechte verletzt werden könnten"), sind zu unterscheiden von den Rechten, von denen can. 1222 § 2 handelt ("die rechtmäßig Rechte an der Kirche beanspruchen"). Jene [ersteren] sind nämlich unbestimmt, besonders jene, von denen cann. 213 und 843 § 1 handeln. (Im vorliegenden Fall war in der neuen Pfarre eine Kirche nahe gelegen, in der die Beschwerdeführer und die anderen Gläubigen ihre Rechte ausüben konnten, und zwar unter der Sorge des selben Pfarrers.)
2. Aus dem Protokoll der Sitzung des Priesterrates geht kein Beweiselement hervor, das dessen vorherige Anhörung gleichsam als nichtig verungültigen würde, weil dessen Mitglieder nicht die Freiheit gehabt hätten, ihr Urteil zum Ausdruck zu bringen.
3. Es kann nicht behauptet werden, die Anhörung des Priesterrates würde an Erschleichung kranken, wenn sich unter den mehreren Gründen, die den Mitgliedern des Rates für die Rückführung der Kirche angegeben wurden, in dem Bericht an den Rat ein einziger, nicht vorsätzlicher Irrtum eingeschlichen hat, der später im Rückgabedekret wiederholt und schließlich im Dekret verbessert wurde. (Im vorliegenden Fall war irrtümlich behauptet worden, der Bauverantwortliche der Stadt hätte die Abtragung der Kirchturmspitze angeordnet.)
4. Für die Rechtmäßigkeit der Entscheidung ist es nicht relevant, dass das Dekret des zuständigen Dikasteriums der römischen Kurie vom Sekretär unterzeichnet wurde, ohne die Abwesenheit des Präfekten zu erwähnen, und ebensowenig der Irrtum in der Sache, der sich im selben Dekret bezüglich des Tages, an dem der Einspruch eingelegt worden war, eingeschlichen hat.
5. Angesichts des fakultativen Charakters der Anrufung nach Art. 135 § 1 des Regolamento Generale della Curia Romana wird, was die Vorschrift des can. 51 angeht, in der Antwort ein Verweis auf das vorausgehende, mit Begründung versehene Dekret für ausreichend gehalten.
6. Gründe, die nach der herrschenden Rechtsauffassung für die Rückführung einer Kirche in den profanen Gebrauch gemäß can. 1222 § 2 nicht für [ausreichend] schwer gehalten und im Dekret hinzugefügt werden, schaden der Entscheidung nicht, und zwar gemäß dem Ausspruch: "Überflüssiges schadet nicht."
7. Bezüglich der erforderlichen Schwere der Gründe gemäß can. 1222 § 2 besteht ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen dem Zustand der Kirche und der Fähigkeit der Pfarre, sie wiederherzustellen und zu erhalten.
 Italienisch - Französisch

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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