Universität Kanonistische Fakultät www.iuscangreg.itCIC1983CCEONormen außerhalb der CodicesAntworten des Apostolischen StuhlsPartikularrechtEigenrecht / StatutenFrühere RechtsquellenRechtsprechungInternationale VerträgeWebsitesLiteraturPeriodica de re canonicaBibliografia canonisticaSuchfunktionenLinklistSitemapLehrendeBekannte Professoren aus dem 20. Jh.
Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 16.11.2011, Prot. N. 43472/10 CA


Kläger Rev.mus X et alii
Belangte Partei Congregatio pro Institutis vitae consecratae et Societatibus vitae apostolicae
Gegenstand Nominationis prioris administratoris; iuris eligendi
coram De Paolis
Inhalt Non constat de violatione legis in procedendo et in decernendo.
Anmerkungen Cf. L’attività della Santa Sede 2011, p. 599.
Rechtsquellen 
?
Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 48; 50; 51; 63
PB art. 108 § 1
Leitsätze
1. Actus quo competens Curiae Romanae Dicasterium priorem administratorem ad triennium nominat in communitate monastica est actus administrativus singularis, quo fit provisio (cf. can. 48); proprie non est actus dispensationis, quia Dicasterium agit proprio iure, utens propria potestate, quae non tenetur legibus propriis institutorum et ad quam exercendam Dicasterium non indiget petitione gratiae, quia iuxta proprium iudicium propriam competentiam (cf. art. 108, § 1 PB) secundum necessitatem exercere valet.
2. Quod provisionis decretum proinde intellegendum non est tamquam rescriptum: Abbas Praeses proprie dispensationem non petit, sed nominationem; actus Dicasterii non est responsum ad petitionem, sed occasione notitiarum receptarum, Dicasterium propriam decisionem fert. In hac re proinde non datur quaestio de subreptione et de obreptione, cum non agatur de rescripto (cf. can. 63).
3. Quoad can. 50 praescriptum, quaestio poni potest num Auctoritas satis fecerit ad audiendos illos, quorum iura laedi poterant, id est communitatem monachorum. Quidquid est de interpretatione commatis “quantum fieri potest”, monachi iam in remonstratione contra praecedens decretum propriam mentem manifestaverant et proprias animadversiones proposuerant.
4. Decreti ratio unica est: communitas monastica non est prompta ad eligendum priorem in capitulo, qui gaudeat peculiari aptitudine praeter idoneitatem simpliciter canonicam, quae habetur si non desunt qualitates quae exiguntur a iure. Requiritur enim in casu superior peculiariter aptus ad communitatem ducendam et sublevandam ab ipsius condicione precaria.
5. Per priorem administratorem ad triennium nominatum monasterium iure eligendi non privatur. Non aufert ius, sed differt ad aliud tempus exercitium iuris eligendi. Iam vero, quod differtur non aufertur.
1. Der Akt, mit dem das zuständige Dikasterium der Römischen Kurie in einer monastischen Gemeinschaft einen Prior-Administrator für drei Jahre ernennt, ist ein Verwaltungsakt im Einzelfall, durch den eine Verleihung erfolgt (vgl. can. 48); es ist kein Dispensakt im eigentlichen Sinne, weil das Dikasterium kraft eigenen Rechtes und unter Ausübung eigener Vollmacht handelt, die nicht an die Eigengesetze der Institute gebunden ist und für deren Ausübung das Dikasterium keines Gnadenersuchens bedarf, weil es nach eigenem Ermessen seine eigene Zuständigkeit (vgl. Art. 108 § 1 PB) je nach Notwendigkeit ausüben kann.
2. Dieses Ernennungsdekret ist demnach nicht als Reskript zu verstehen: Der Abtpräses erbittet nicht eine Dispens im eigentlichen Sinne, sondern eine Ernennung; der Akt des Dikasteriums ist keine Antwort auf einen Antrag, sondern anlässlich des Erhalts von Informationen erlässt das Dikasterium eine eigene Entscheidung. In dieser Sache stellt sich daher nicht die Frage nach der Verschweigung wahrer Tatsachen (subreptio) oder der Angabe falscher Tatsachen (obreptio), weil es sich nicht um ein Reskript handelt (vgl. can. 63).
3. Hinsichtlich der Vorschrift des can. 50 kann die Frage gestellt werden, ob die Autorität ausreichend darauf geachtet hat, jene anzuhören, deren Rechte verletzt werden könnten, also die Gemeinschaft der Mönche. Wie auch immer man den Einschub „so weit wie möglich“ interpretiert, hatten die Mönche bereits in ihrem Einspruch gegen das vorhergehende Dekret ihre Meinung kundgetan und ihre Anmerkungen vorgebracht.
4. Der einzige Grund für das Dekret besteht darin, dass die monastische Gemeinschaft nicht bereit ist, im Kapitel einen Prior zu wählen, der außer der einfachhin kanonischen Eignung - die vorliegt, wenn die Eigenschaften nicht fehlen, die vom Recht verlangt werden - auch eine besondere Eignung aufweist. Im vorliegenden Fall ist nämlich ein Oberer gesucht, der besonders geeignet ist, die Gemeinschaft zu führen und sie aus ihrer prekären Lage zu befreien.
5. Durch die Ernennung eines Prior-Administrators auf drei Jahre wird das Kloster nicht seines Wahlrechts beraubt. Sie hebt das Recht nicht auf, sondern verschiebt die Ausübung des Wahlrechts auf einen späteren Zeitpunkt. Was aber aufgeschoben ist, ist nicht aufgehoben.
 Italienisch - Französisch

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

Zitierfähiger Link zu dieser Seite: https://www.iuscangreg.it/stsa?id=246&lang=DE