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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Decretum definitivum vom 15.01.2016, Prot. N. 47390/12 CA


Kläger Rev.dus X
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Renuntiationis causae civili
coram Rouco Varela
Fundstelle IC 61/121 (2021) 437-445
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Übersetzungen hisp., IC 61/121 (2021) 437-445
Inhalt Decretum Congressus non est reformandum.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 134; 220; 1284; 1284 § 1, nn. 1-3; 1288; 1733 § 1
Congregatio pro Episcopis, Directorium de ministerio pastorali Episcoporum [Apostolorum Successores] n. 244
Leitsätze
1. Recursu proposito adversus decretum quo Congressus causam non admisit ad disceptationem coram Collegio, obiectum iudicii est tantum ipsum decretum Congressus et solummodo indirecte illegitimitas decreti competentis Curiae Romanae Dicasterii.
2. Administrator Apostolicus, sede vacante, legitimatione gaudet ad controversiam in foro civili nomine personae iuridicae publicae inchoandam, quia ratione officii omnibus facultatibus Episcopi dioecesani gaudet.
3. Praescriptum can. 1288 de requisita licentia Ordinarii ut administratores legitime controversiam in foro civili nomine personae iuridicae publicae ecclesiasticae introducere possint, non applicari ad Superiores sic et simpliciter, sed solummodo ad administratores sensu proprio sumpto.
4. Non inficitur violatione legis in decernendo decisio competentis Curiae Romanae Dicasterii quae statuat Ordinario facultatem habere actionem in foro civili inchoandi ad bona ecclesiastica servanda atque ad rem vigilantiam exercitandam (in casu non agebatur de translatione illegitima controversiae a foro canonico ad forum civile sed tantum de causa introducta eum in finem ad obtinenda documenta, quae prosecutionem solutionis controversiae in foro canonico permisissent).
5. Actio in foro civili in clericum introducta praescriptum can. 220 non necessario violat, quippe quod de laesione «illegitima» caveat, quia exstant casus, in quibus divulgatio factorum honori personae vel intimitati eius adversorum violationem horum iurium non secumfert, cum implicetur bonum superius personarum, societatis vel Ecclesiae, dummodo tamen procedatur debito cum respectu personarum.
Cf. maximae prot. n. 47390/12 CA – DC
1. Wird eine Beschwerde gegen ein Dekret eingelegt, mit dem der Kongress eine Sache nicht zur Erörterung vor dem Kollegium zugelassen hat, ist Gegenstand des Urteils nur das Dekret des Kongresses selbst und nur indirekt die Rechtswidrigkeit des Dekrets des zuständigen Dikasteriums der römischen Kurie.
2. Ein Apostolischer Administrator sede vacante besitzt die Berechtigung, eine Streitsache namens einer öffentlichen Rechtsperson im staatlichen Forum einzuleiten, weil er von Amts wegen alle Befugnisse eines Diözesanbischofs besitzt.
3. Die Vorschrift des can. 1288 über die erforderliche Erlaubnis des Ordinarius, damit Verwalter rechtmäßig einen Rechtsstreit vor einem weltlichen Gericht im Namen einer öffentlichen kirchlichen juristischen Person einleiten können, ist nicht auf Obere an sich, sondern nur auf Verwalter, im eigentlichen Sinne verstanden, anzuwenden.
4. Keine Gesetzesverletzung in decernendo stellt die Entscheidung des zuständigen Dikasteriums der römischen Kurie dar, ein Ordinarius habe die Befugnis, vor dem weltlichen Gericht eine Klage einzubringen, um um kirchliche Güter zu bewahren und die diesbezügliche Aufsicht zu führen. (Im vorliegenden Fall hatte es sich nicht um eine rechtswidrige Übertragung des Rechtsstreits vom kirchlichen Bereich an das weltliche Gericht gehandelt, sondern nur um ein Verfahren, das eingeleitet worden war, um Dokumente zu erhalten, die die weitere Verfolgung der Lösung der Sache im kirchlichen Bereich erlaubten.)
5. Eine gegen einen Kleriker vor einem weltlichen Gericht eingebrachte Klage verletzt nicht notwendigerweise die Vorschrift des can. 220, der nämlich für eine "rechtswidrige" Schädigung Vorsorge trifft, denn es gibt Fälle, in denen die Verbreitung von Tatsachen, die der Ehre der Person oder ihrer Intimsphäre entgegenstehen, keine Verletzung dieser Rechte mit sich bringt, weil ein höheres Gut anderer Personen, der Gesellschaft oder der Kirche betroffen ist, jedoch nur, wenn mit dem schuldigen Respekt vor der Person vorgegangen wird.
(Vgl. Leitsätze Prot. N. 47390/12 CA - DC)
 Italienisch - Französisch
Kommentare J. Canosa, «Las distintas clases de administradores y la ponderación de bienes en la actividad administrativa de la Iglesia», IC 61/121 (2021) 447-470

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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