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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 30.11.2017, Prot. N. 51827/16 CA


Kläger Exc.mus Archiepiscopus X
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Incardinationis
coram Stankiewicz
Fundstelle IC 60/119 (2020) 284-298
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Übersetzungen hisp., IC 60/119 (2020) 284-298
Inhalt Constare de violatione legis in decernendo.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 10; 134 § 3; 267; 268 § 1; 1620, n. 6; 1738
PB art. 19 § 1
Leitsätze
1. Ad petendam declarationem adeptae ipso iure incardinationis, vel ad proponendam remonstrationem et insequentem recursum hierarchicum non requiritur mandatum patrocinii seu defensionis collatum advocato approbato ab Episcopo, sed sufficit mandatum procuratorium collatum (in casu Episcopus remonstrationem ab Advocato propositam propter non impetratam ab eo approbationem dimisit atque recurrentem invitavit ad seligendum sibi alium advocatum ex Albo).
2. Congregatio pro Clericis, proprium agendi modum secuta, Advocatum, qui Albo Advocatorum apud Romanam Curiam inscriptus non est, non solum tamquam procuratorem, sed etiam tamquam advocatum admittere potest. Ceterum, secundum iurisprudentiae dictamina Auctoritas superior in causis ad eam delatis etiam ex officio agere potest, prorsus praetermissa quaestione de legitima recursus propositione.
3. Attento quod silentium seu inertia utriusque Episcopi per quattuor menses protracta ex se ipsa ad normam can. 268, § 1 tam gravem effectum parit incardinationis, petitio scripta eiusdem incardinationis necessario ipsis Episcopis dioecesanis competentibus inscribenda est. Excluduntur hac in re petitiones et responsiones orales concludentes inter Praesules dioecesium a qua et ad quam, de percepta tantum ab aliis notitia expetitae incardinationis.
4. Episcopi competentes, qui negative vel affirmative intra quattuor menses scripto reapse respondent, ad normam can. 268, § 1 rite agunt, quacumque inscriptione petitio praedita fuerit.
5. Doctrina praevalens et sanior, id est rationi legis apprime congrua, tenet clericum, qui incardinationem sibi agnoscendam ad normam can. 268, § 1 quaerit, talem voluntatem in scriptis manifestare debet tum Episcopo dioecesano Ecclesiae hospitis tum Episcopo dioecesano proprio, sive exacto quinquennio, dummodo tamen legitima transmigratio perduret, sive «dum decurrit quinquennium», ea tamen mente ut quadrimestre de quo in can. 268, § 1 cum quinquennio vel post quinquennium expiret (in casu Episcopus nullam habuit rationem de petitione praepropere proposita, id est quam recurrens in exordio commorationis voluntatem suam impetrandi incardinationem ordinariam ad normam can. 267 in scriptis patefecit).
1. Um eine Bestätigung über die von Rechts wegen erfolgte Inkardination zu beantragen oder um einen Einspruch und in der Folge eine hierarchische Beschwerde einzulegen, ist die Erteilung eines Auftrags als Beistand oder Verteidiger an einen vom Bischof zugelasssenen Anwalt nicht notwendig, sondern es genügt die Erteilung eines Auftrags als Prozessbevollmächtigter. (Im vorliegenden Fall wies der Bischof den vom Anwalt vorgelegten Einspruch ab, weil dieser von ihm keine Zulassung erlangt hatte, und forderte den Beschwerdeführer auf, sich einen anderen Anwalt aus den Verzeichnis zu wählen.)
2. Gemäß ihrer eigenen Verfahrensweise kann die Kongregation für den Klerus einen Anwalt, der nicht im Verzeichnis der Anwälte bei der Römischen Kurie eingetragen ist, nicht nur als Prozessbevollmächtigten, sondern auch als Anwalt zulassen. Weiters kann nach Auffassung der Rechtswissenschaft die übergeordnete Autorität in ihr vorgelegten Sachen auch von Amts wegen handeln, indem sie also die Frage der rechtmäßigen Einlegung der Beschwerde nicht behandelt.
3. Insofern das vier Monate andauernde Schweigen bzw. Nichthandeln beider Bischöfe gemäß can. 268 § 1 aus sich heraus die so schwerwiegende Folge der Inkardination nach sich zieht, ist der schriftliche Antrag auf diese Inkardination notwendigerweise an die zuständigen Diözesanbischöfe selbst zu richten. Ausgeschlossen sind hierbei mündliche Anträge und mündliche abschließende Antworten unter den Vorstehern von Herkunfts- und Gastdiözese auf eine bloß von anderen erhaltene Nachricht von der Inkardinationsbitte hin.
4. Wenn die zuständigen Bischöfe innerhalb von vier Monaten in schriftlicher Form tatsächlich zustimmend oder ablehnend antworten, handeln sie nach can. 268 § 1 ordnungsgemäß, an welche Anschrift auch immer der zugrundeliegende Antrag gerichtet war.
5. Nach der herrschenden und treffenderen, d.h. dem Gesetzeszweck vorzüglich entsprechenden Lehre muss der Kleriker, der für sich die Zuerkennung der Inkardination nach can. 268 § 1 anstrebt, diesen Wunsch schriftlich sowohl dem Diözesanbischof der Gastkirche als auch dem eigenen Diözesanbischof kundtun, sei es am Ende der Fünfjahresfrist, aber nur wenn der rechtmäßige Wechsel weiter andauert, sei es «während die Fünfjahresfrist läuft», allerdings in dem Sinne, dass die in can. 268 § 1 erwähnten vier Monate mit der Fünfjahresfrist oder nach dieser ablaufen. (Im vorliegenden Fall hat der Bischof den verfrüht vorgelegten Antrag nicht behandelt, also jenen, mit dem der Beschwerdeführer am Anfang des Aufenthaltes seinen Wunsch, die gewöhnliche Inkardination gemäß can. 267 zu erlangen, schriftlich eröffnet hatte.)
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Kommentare L. Navarro, Algunas puntualizaciones sobre la incardinación: causas, plazos y autoridad competente, IC 60/119 (2020) 306-313

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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