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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 06.05.2000, Prot. N. 29240/98 CA


Kläger Rev. X
Belangte Partei Congregatio pro Clericis
Gegenstand Iurium
coram Pompedda
Fundstelle IE 30 (2018) 593-613
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Übersetzungen it., IE 30 (2018) 593-613
Inhalt Constare de violatione legis; concedenda est aequa reparatio damnorum
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 128; 149 § 1; 220; 265; 271 § 2; 273; 274 § 2; 281 § 1; 281 § 2; 384; 538 § 3; 764; 974 § 1; 1025; 1029; 1044 § 2, n. 2; 1052; 1350 § 1; 1746
CCEO can. 935
PB art. 123 § 2
Leitsätze
1. Incardinatio clerici iudicium praerequirit utilitatis in Ecclesiam, et hinc inde clericus, semel ordinatus, idoneus praesumitur ad officium vel munus ecclesiasticum accipiendum. Eiusmodi autem praesumptio cedit veritati.
2. Iure atque officio obstringitur dioecesanus Episcopus inquirendi super habilitate suorum sacerdotum ad munera ecclesiastica obeunda atque exercenda: omnino tamen denegandum est eiusmodi legitimum finem consequendum esse mediis quae violant «ius cuiusque personae ad propriam intimitatem tuendam» (can. 220).
3. Denuntiatio seu assertio delicti nullimode par est ad clericum sustentatione necessaria privandum, uti, a fortiori, apparet ex can. 1350, § 1.
4. Clerico, dioecesi adscripto per incardinationem, atque ministerio ecclesiastico illic exercendo sese haud subtrahenti aut saltem non declinanti, qui ob rationes psychicas haud idoneus ad officium seu munus ecclesiasticum inveniatur, ipse iis assimilandus est de quibus in can. 281, § 2, cum iure scilicet ad sustentationem ibi statuto.
5. Refectio damnorum in re non subicitur probato dolo aut culpae, sed necessarium consectarium est unius declaratae illegitimitatis actus impugnati.
6. Duplex exstat auctor actus illegitimi declarati, nempe sive Episcopus sive Dicasterium Curiae Romanae, adeo ut solidalis obligatio exsurgat pro iisdem reparando damno. Si vero dioecesis in damno inferendo sese locupletare valuit, nempe quod apud se retinuit pecuniam haud solutam, sed solvendam, uni tantummodo dioecesi obligatio damnum reparandi incumbit.
1. Die Inkardination eines Klerikers setzt ein Urteil über seine Nützlichkeit für die Kirche voraus, und daher ist zu vermuten, dass der Kleriker, wenn er einmal geweiht ist, geeignet ist, ein kirchliches Amt oder eine kirchliche Aufgabe zu übernehmen. Diese Vermutung weicht dann der Wahrheit.
2. Der Diözesanbischof hat das Recht und die Pflicht, die Fähigkeit seiner Priester zu untersuchen, kirchliche Aufgaben zu übernehmen und auszuüben; es muss jedoch absolut ausgeschlossen werden, dass dieses legitime Ziel mit Mitteln verfolgt werden kann, die "das Recht eines jeden Menschen, seine eigene Intimsphäre zu verteidigen" (can. 220), verletzen.
3. Eine Straftat, die in irgendeiner Weise angezeigt oder behauptet wird, kann dem Kleriker den notwendigen Unterhalt nicht entziehen, wie a fortiori aus can. 1350, § 1 hervorgeht.
4. Ein in einer Diözese inkardinierter Kleriker, der sich der Ausübung seines Dienstes nicht entzieht oder ihn zumindest nicht verweigert und der aus psychologischen Gründen nicht für kirchliche Ämter oder Aufgaben geeignet ist, muss mit denjenigen gleichgestellt werden, von denen can. 281 § 2 handelt, einschließlich des in diesem Paragraphen festgelegten Rechts auf Unterhalt.
5. Die Verpflichtung zum Schadenersatz hängt nicht vom Nachweis von Vorsatz oder Fahrlässigkeit ab, sondern ergibt sich unmittelbar aus der bloßen Feststellung der Rechtswidrigkeit der angefochtenen Handlung.
6. Es gibt einen zweifachen Urheber der für unrechtmäßig erklärten Handlung, nämlich den Bischof und das Dikasterium der Römischen Kurie, so dass für beide die gesamtschuldnerische Verpflichtung zur Wiedergutmachung entsteht. Für den Fall, dass sich die Diözese durch die Zufügung des Schadens bereichern konnte, d.h. das Geld gespart hat, das sie zahlen musste und nicht gezahlt hat, ist nur die Diözese zur Wiedergutmachung des Schadens verpflichtet.
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Kommentare J. Miñambres, «Diritto al sostentamento e diritto all’intimità dei chierici diocesani», IE 30 (2018) 613-623

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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