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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Decretum Secretarii vom 30.03.2012, Prot. N. 45271/11 CA


Kläger D.nus J.A. de Ybarra e Ybarra
Belangte Partei Congregatio pro Institutis vitae consecratae et Societatibus vitae apostolicae
Gegenstand Dimissionis
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Inhalt Petitio restitutionis in integrum in limine reicitur.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 221; 654; 1641, n. 4; 1642 § 1; 1645 §§ 1-2; 1645 § 2, n. 2; 1645 § 2, n. 5; 1646
PB art. 108 § 1;  
LP art. 91;  
Sententia a Tribunali Cardinalium die 24 ianuarii 1953 lata (cf. AAS 45 [1953] 765ss.)
Leitsätze
1. In rem iudicatam transit decisio quae in parte dispositiva habetur; tantum in dubio recurrendum est ad concordatam dubii formulam ac, si res adhuc incerta manet, ad integrum sententiae textum, semper tamen ad decisionem elucidandam, quae in rem iudicatam transiit.
2. Praescripta tam severa habentur (cf. etiam can. 1646, §§ 1-2 de termino ad restitutionem in integrum petendam), quin sit ambigendum de favore iuris quo res iudicata gaudet, immo de praesumptione veritatis, adeo ut argumenta quae adversus adducuntur certitudine morali gaudere debeant atque, hac certitudine non adepta, petitio restitutionis in integrum reici debeat.
3. Contendi nequit violatam supremam, plenam, immediatam et universalem potestatem Romani Pontificis, cum reiectus sit recursus hierarchicus ad Curiam Romanam.
4. Frustra contenditur Sententiam Cardinalium interpretari non posse, quae valorem habet legis; quotidie enim iudices ecclesiastici cuiuscumque ordinis et gradus interpretantur leges, etiam eas quae ab Ipso Summo Pontifice promulgatae sunt.
5. Ut violatio habeatur generalis facultatis fidelium iura ad normam can. 221 vindicandi, illa facultas respicere debet «iura, quibus in Ecclesia gaudent» et praeterea legitime et «ad normam iuris» exerceri; abyssus patet inter assertam violationem et probationem iuris non mere processualis evidenter neglecti.
1. In Rechtskraft erwächst die Entscheidung, die im Urteilstenor vorliegt; nur im Zweifelsfall ist auf die festgelegte Formulierung der Streitpunkte und, wenn die Sache weiter unsicher bleibt, auf den gesamten Urteilstext zurückzugreifen, aber immer um die Entscheidung zu zu erhellen, die in Rechtskraft erwachsen ist.
2. Es gibt so strenge Vorschriften (vgl. auch can. 1646 §§ 1-2 über die Antragsfrist für die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand), dass an der Rechtsgunst, der sich eine rechtskräftige Entscheidung erfreut, ja an der Wahrheitsvermutung nicht zu zweifeln ist, sodass Argumente, die dagegen angeführt werden, sich moralischer Gewissheit erfreuen müssen und, wo diese Gewissheit nicht erreicht wird, der Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zurückgewiesen werden muss.
3. Es kann keine Verletztung der höchsten, vollen, unmittelbaren und universalen Gewalt des Papstes eingewendet werden, wo eine hierarchische Beschwerde an die römische Kurie zurückgewiesen wurde.
4. Nutzlos ist der Einwand, das Urteil der Kardinäle könne nicht interpretiert werden, weil es Gesetzeskraft habe; denn täglich interpretieren kirchliche Richter jeglicher Art und Instanz die Gesetze, auch jene, die vom Papst selbst promulgiert wurden.
5. Damit eine Verletzung der allgemeinen Befugnis der Gläubigen, ihre Rechte gemäß can. 221 geltend zu machen, vorliegt, muss diese Befugnis «Rechte, die sie in der Kirche besitzen», betreffen und außerdem rechtmäßig und «nach Maßgabe des Rechts» ausgeübt werden; zwischen der Behauptung einer Rechtsverletzung und dem Beweis, dass ein nicht rein prozessuales Recht offenkundig vernachlässigt wurde, liegen Welten.
 Italienisch - Französisch

Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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