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Rechtsprechung der Apostolischen Signatur über Verwaltungsstreitigkeiten
 
 

Oberster Gerichtshof der Apostolischen Signatur
Sententia definitiva vom 18.11.2010, Prot. N. 39260/06 CA


Kläger D.nus J.A. de Ybarra e Ybarra
Belangte Partei Congregatio pro Institutis vitae consecratae et Societatibus vitae apostolicae
Gegenstand Dimissionis
coram Caffarra
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Inhalt Non constat de violatione legis in procedendo vel in decernendo.
Rechtsquellen 
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Legenda
 
Canones des CIC1983
Alle in den Entscheidungen (sowohl im Teil in iure als auch im Teil in facto) erwähnten Canones sind als Quellen angegeben.
In Fettschrift werden diejenigen Canones angezeigt, die den Hauptgegenstand der Entscheidung bilden oder zu denen die Entscheidung ein Auslegungsprinzip formuliert.
In Kursivschrift werden diejenigen Canones des CIC von 1983 angezeigt,
- die nicht im Text der Entscheidung genannt sind, mit denen sich die Entscheidung aber befasst;
- die denjeingen Canones des CIC1917 entsprechen, von denen die - vor 1983 gefällte - Entscheidung handelt.

Andere Quellen
Es werden alle Quellen angegeben, die im Text Entscheidung (in iure oder in facto) erwähnt sind.
CIC cann. 57 § 2; 573
PB artt 105; art. 108 § 2;  
Sententia a Tribunali Cardinalium die 24 ianuarii 1953 lata (cf. AAS 45 [1953] 765ss.)
Leitsätze
1. Sententia a Tribunali Cardinalium die 24 ianuarii 1953 lata (cf. AAS 45 [1953] 765ss.) vigens adhuc tenenda est; nam nulla nota diplomatica inter Sanctam Sedem et Ordinem S. Ioannis Hospitalis Hierosolymitani habita in discrimen vocavit nec eam idem Ordo proprio marte in nihilum reducere potuisset, cum de actu Sanctae Sedis agatur.
2. Extra dubium exstat natura religiosa Ordinis S. Ioannis Hospitalis Hierosolymitani et quidem, praecise dictu, qua membra primae classis, Equites nimirum Iustitiae, vota emittunt castitatis, paupertatis et oboedientiae, quippe qui Congregationi pro Institutis vitae consecratae et Societatibus vitae apostolicae subiciuntur, uti professi in Institutis vitae consecratae.
3. Equites Honoris et Devotionis in Oboedientia, quippe qui in Constitutione anni 1961 instituti sint, Congregationi pro Institutis vitae consecratae et Societatibus vitae apostolicae canonice non subiciuntur, quippe qui expertes sint tituli iuridici ad dependentiam ab ea quod attinet, id est professionis religiosae.
4. Qui ad Ordinem S. Ioannis Hospitalis Hierosolymitani pertinent at vota non emittunt «dipendono dall’Ordine e, per esso, dalla Santa Sede», de mediata dependentia et quidem per Ordinem satis innuens praefata Sententia Cardinalium. Cum ideo Sancta Sedes suam competentiam indirecte in membra haud religiosa et quidem per Ordinem exercet, certe vi huius exercitii indirecti auctoritatis haud valet Congregatio pro Institutis vitae consecratae et Societatibus vitae apostolicae recursus hierarchicos circa dimissionem ab Ordine S. Ioannis Hospitalis Hierosolymitani eorum qui ad Ordinem pertinent at vota non emittunt, pertractare ac definire.
1. Das vom Kardinalsgericht am 24. Januar 1953 verkündete Urteil (vgl. AAS 45 [1953] 765ff.) muss immer noch als gültig betrachtet werden; denn es wurde von keiner diplomatischen Note, die zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Hospitalorden vom hl. Johannes von Jerusalem ergangen ist, in Frage gestellt, und auch der Orden selbst hätte es aus eigener Initiative nicht aufheben können: es handelt sich ja um einen Akt des Heiligen Stuhls.
2. Es besteht kein Zweifel daran, dass der Hospitalorden vom hl. Johannes von Jerusalem den Charakter einer Ordensgemeinschaft hat, und zwar gerade weil die Mitglieder der ersten Klasse, die Justizritter, die Gelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams ablegen und somit der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens unterstehen, wie Professen in Instituten des geweihten Lebens.
3. Die Ehren-, Devotions- und Obödienzritter, die in der Verfassung von 1961 eingeführt wurden, sind kanonisch nicht der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens unterstellt, da ihnen der rechtlicheTitel für die Abhängigkeit von der Kongregation fehlt, nämlich die Ordensprofess.
4. Diejenigen, die dem Hospitalorden vom hl. Johannes von Jerusalem angehören, aber keine Gelübde ablegen, "hängen vom Orden und durch ihn vom Heiligen Stuhl ab"; so verweist das oben erwähnte Kardinalsurteil auf die indirekte Abhängigkeit, eben durch den Orden. Da also der Heilige Stuhl seine Zuständigkeit über die Mitglieder, die nicht Ordensleute sind, indirekt ausübt, und zwar durch den Orden, kann sich die Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens aufgrund dieser indirekten Ausübung der Autorität sicherlich nicht mit den hierarchischen Rekursen gegen die Entlassung aus dem Hospitalorden vom hl. Johannes befassen und darüber entscheiden, soweit sie von solchen MIgliedern des Ordens eingelegt werden, die keine Gelübde ablegen.
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Autor der Leitsätze (auf Latein): © G. Paolo Montini
Deutsche Übersetzung: © Johannes Fürnkranz

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